🌿 Natur & Wildnis👨👩👧👦 Familien
Reiseführer Camping | Mittelmeerregion
Wildes Küstencamping am Taurus-Gebirge.
Türkei, 🇹🇷 Tuerkei
Reiseführer Camping | Mittelmeerregion
Der Geruch von erhitztem Pinienharz mischt sich mit der salzigen Brise, während das Zirpen der Zikaden jeden anderen Laut übertönt. Die türkische Mittelmeerküste ist keine polierte Postkarten-Idylle, sondern eine physische Erfahrung aus Hitze, Staub und extremen Kontrasten. Wer hier seinen Campingurlaub Mittelmeerregion plant, bewegt sich auf der legendären D400, einer Asphaltader, die sich oft nur wenige Meter über dem Meer an die Felswände klammert. Die Landschaft wechselt abrupt zwischen dichten, dunkelgrünen Wäldern und kargem, weißem Felsgestein. Dies ist kein Terrain für ungeübte Fahrer oder untermotorisierte Fahrzeuge; die ständigen Anstiege und Gefälle fordern Mensch und Maschine. Doch genau diese logistische Herausforderung trennt den Pauschaltouristen vom Reisenden. Hier erlebst du eine Region, in der antike lykische Sarkophage oft einfach am Straßenrand stehen und wo der Luxus nicht in der Anzahl der Poolanlagen besteht, sondern in der Freiheit, morgens direkt am Kiesstrand aufzuwachen.
💡Die Küstenstraße D400 verzeiht keine Fahrfehler und im August kocht der Asphalt bei 45 Grad – aber dafür bekommst du Zugang zu Buchten, die kein Hotelgast je sieht.
Die Region im Detail
Dein umfassender Reiseführer für Camping Mittelmeerregion.
Camping Mittelmeerregion: Der Überblick
Die türkische Mittelmeerregion erstreckt sich geografisch grob von Marmaris im Westen bis hin zur Provinz Hatay im äußersten Osten an der syrischen Grenze. Für Wohnmobil-Reisende ist primär der Abschnitt zwischen Fethiye und Antalya sowie die weiterführende Strecke bis Anamur relevant. Wir sprechen hier von einer Distanz von rund 600 bis 800 Kilometern, je nach gewählter Route. Das Rückgrat dieser Region bildet die Fernstraße D400, die als logistische Lebensader fungiert. Anders als in Westeuropa ist Camping Mittelmeerregion hier weniger durch parzellierte 5-Sterne-Resorts definiert, sondern durch eine Mischung aus staatlichen Forst-Camps („Orman Kampı“) und privat geführten Stellplätzen auf Oliven- oder Orangenhainen. Die Infrastruktur hat sich in den letzten fünf Jahren massiv professionalisiert, bleibt aber rustikaler als in Italien oder Kroatien.
Preislich bewegt sich die Region in einem attraktiven Rahmen, wobei die Inflation der Türkischen Lira Preise volatil macht. Rechnen Sie für einen soliden Stellplatz mit Strom und Wasser in der Hochsaison mit 15 bis 25 Euro pro Nacht, in der Nebensaison oft deutlich darunter. Wildcamping wird an vielen Stellen toleriert, jedoch greift die Gendarmerie (Jandarma) in Naturschutzgebieten und archäologischen Zonen wie Patara oder Olympos strikt durch. Eine logistische Besonderheit ist die Versorgung: Große Supermarktketten finden sich in den Bezirksstädten, aber das authentische Erlebnis bietet der Einkauf bei lokalen Erzeugern am Straßenrand. Die Anreise erfolgt für die meisten Camper aus dem DACH-Raum entweder über den Landweg durch den Balkan (ca. 2.500 km ab München) oder via Fähre von Italien nach Griechenland und dann über die Grenze bei İpsala. Wer Camping in Mittelmeerregion, tuerkei ernsthaft betreiben will, sollte mindestens drei bis vier Wochen Zeit einplanen, da die Durchschnittsgeschwindigkeiten auf den kurvigen Küstenstraßen selten 50 km/h überschreiten. Beachten Sie zudem die klimatischen Bedingungen: Zwischen Juni und September herrschen Temperaturen von 30 bis 40 Grad Celsius bei hoher Luftfeuchtigkeit. Schatten ist hier die wichtigste Währung. Die Stromversorgung auf kleineren Plätzen ist oft nur mit 6 bis 10 Ampere abgesichert, was den gleichzeitigen Betrieb von Klimaanlage und Kaffeemaschine ausschließt.
Lykien vs. Kilikien: Routenplanung und Technik
Um die Mittelmeerregion strategisch zu erschließen, lohnt sich eine Unterteilung in zwei Hauptsektoren, die völlig unterschiedliche Anforderungen an Ihr Fahrzeug und Ihre Fahrkünste stellen. Der westliche Teil, oft als Lykische Küste bezeichnet (Fethiye bis Antalya), ist geprägt von steil abfallendem Taurusgebirge. Die Straßenführung ist spektakulär, aber technisch fordernd. Besonders die Strecke zwischen Kalkan und Kaş ist berüchtigt für enge Kurvenradien und Gegenverkehr durch LKWs. Hier ist ein Wohnmobil bis maximal 7,50 Meter Länge und einer Breite unter 2,35 Metern klar im Vorteil. Größere Liner (Morelo, Concorde) werden in den engen Ortskernen von Kaş oder Kalkan massive Probleme beim Rangieren haben. Die Parkplatzsituation ist in der Hochsaison prekär. Planen Sie Ihre Ankunft auf Stellplätzen immer vor 16:00 Uhr, um Engpässe zu vermeiden.
Der östliche Teil ab Antalya Richtung Alanya und weiter nach Anamur (Kilikien) ändert seinen Charakter. Die Küstenebene weitet sich zunächst, die Straße wird vierspurig und erlaubt höheres Tempo. Doch Vorsicht: Ab Alanya bis Anamur wird die D400 wieder zur kurvenreichen Geduldsprobe. Hier dominiert der Bananenanbau das Landschaftsbild, und die Luftfeuchtigkeit steigt spürbar an. Für Ihr Fahrzeug bedeutet Campingurlaub Mittelmeerregion in diesem Sektor Schwerstarbeit für das Kühlsystem. Kontrollieren Sie vor der Reise Kühlflüssigkeit und Thermostat. Bei Passfahrten, die Sie oft von 0 auf 1.500 Meter Höhe führen, um ins Hinterland zu gelangen, sind intakte Bremsen lebenswichtig. Nutzen Sie die Motorbremse konsequent, um ein Überhitzen der Bremsanlage (Fading) bei den langen Abfahrten zurück zum Meer zu verhindern. Ein weiterer technischer Aspekt ist die Bereifung: Der Asphalt ist oft sehr rau und heiß, was den Reifenverschleiß erhöht. Ein Reifendruckkontrollsystem (TPMS) ist dringend empfohlen, da Reifenschäden auf den teils scharfkantigen Schotterzufahrten zu abgelegenen Buchten keine Seltenheit sind.
In Bezug auf die Stellplatz-Wahl sollten Sie im Westen eher kleine, familiäre Plätze („Pansiyon & Camping“) ansteuern, die oft terrassiert sind. Im Osten finden sich vermehrt größere Anlagen, die auch für Dickschiffe geeignet sind. Unterschätzen Sie nicht die Distanzen: Für die 200 Kilometer von Antalya nach Anamur benötigen Sie mit einem 3,5-Tonner realistische vier bis fünf Stunden reine Fahrzeit. Wer autark stehen möchte: Eine Solaranlage arbeitet hier extrem effizient, oft sind die Batterien bereits mittags voll geladen. Investieren Sie stattdessen in gute Kompressor-Kühltechnik, da Absorber-Kühlschränke bei Außentemperaturen von über 35 Grad oft an ihre physikalischen Grenzen stoßen.
Insider-Tipp: Das Yayla-Prinzip nutzen
Wenn im Juli und August die Hitze an der Küste unerträglich wird und das Thermometer nachts nicht unter 28 Grad fällt, tun Sie es den Einheimischen gleich und fahren Sie auf die „Yayla“. Das ist keine spezifische Ortsbezeichnung, sondern das kulturelle Konzept der Sommerweide im Hochgebirge. Nur 30 bis 45 Fahrminuten von der glühenden Küste entfernt, auf einer Höhe von 1.000 bis 1.500 Metern, sinkt die Temperatur um gut 10 bis 15 Grad.
Eine konkrete Empfehlung ist die Fahrt von Kaş hinauf in die Hochebene von Gömbe (ca. 60 km, gut ausgebaute Straße). Hier oben, auf 1.200 Metern, schlafen Sie bei angenehmen 15 Grad unter einer Wolldecke. Die Luft ist klar, und statt überfüllter Strandrestaurants finden Sie hier einfache Lokale, die „Fırın Kebabı“ (Ofenkebab) anbieten – eine lokale Spezialität, für die Türken hunderte Kilometer fahren. Das Wasser aus den Dorfbrunnen kommt direkt aus dem Taurusgebirge und hat Trinkwasserqualität (besser als jedes Flaschenwasser unten an der Küste). Nutzen Sie diese klimatische Fluchtstrategie für erholsamen Schlaf, bevor Sie morgens wieder für Strandaktivitäten hinunterfahren.
Das kannst du hier erleben

Wandern auf dem Lykischen Weg
⏱️ mehrtägigMittel
Erlebe die atemberaubende Küstenlandschaft auf einer der schönsten Wanderrouten der Welt. Entdecke versteckte Buchten und antike Ruinen.

Tauchen in Kaş
⏱️ halbtägigMittel
Erkunde die faszinierende Unterwasserwelt mit ihren farbenprächtigen Fischen und versunkenen Schiffen. Kaş ist ein Taucherparadies!

Jeep Safari im Taurusgebirge
⏱️ ganztägigAnspruchsvoll
Erlebe das Abenteuer abseits der Touristenpfade. Entdecke unberührte Natur und traditionelle Bergdörfer.

Sonnenuntergang am Kap Gelidonya
⏱️ abendlichLeicht
Genieße den spektakulären Sonnenuntergang am Leuchtturm von Kap Gelidonya. Ein unvergessliches Erlebnis!
Zahlen und Fakten
Campingregion Mittelmeerregion
- 🌍 Land
- 🇹🇷 Tuerkei
- ☀️ Klima
- Mediterran: Heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter.
- 📅 Beste Reisezeit
- Mai für entspannte Ruhe, August für pulsierendes Leben.
- 🌡️ Sommer ∅
- 32°C
- 🌸 Frühling ∅
- 22°C
- 🏕️ Campingplätze
- ~250
- ✈️ Flughafen
- Antalya (AYT)
- 🚌 ÖPNV
- Gut ausgebautes Netz an Dolmuş (Sammeltaxis) und Bussen.
- 🌧️ Regentage
- Durchschnittlich 5 Regentage im Sommer.
- 💰 Preisniveau
- Mittel. Camping in der Türkei ist generell preiswert, aber die touristischen Hotspots können etwas teurer sein. Außerhalb der Saison sparst du ordentlich.
- 🐕 Hunde
- 4 Sterne. Viele Campingplätze sind hundefreundlich, aber Leinenpflicht ist üblich. Informiere dich vorher!
- 🎯 Geeignet für
- FamilienWassersportlerKulturliebhaberNaturliebhaber
🚦 Auslastung nach Monat
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Ruhig Mäßig Voll Überfüllt