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Reiseführer Camping | Vorarlberg
Alpenpässe, Architektur und alpine Autarkie.
Österreich, 🇦🇹 Oesterreich
Reiseführer Camping | Vorarlberg
Es riecht nach feuchtem Fichtenholz, frisch geschnittenem Gras und kühlem Granit. Sobald du den Motor abschaltest, hörst du statt Autobahnrauschen oft nur das ferne Läuten von Kuhglocken oder das Rauschen der Ill. Vorarlberg ist keine bloße Postkartenkulisse, sondern ein physisch fordernder Raum, in dem sich steile Kalksteinwände abrupt aus dem Rheintal erheben. Wer hier Camping Vorarlberg plant, muss verstehen, dass dieses Bundesland vertikal funktioniert. Die Distanzen sind kurz – von Bregenz im Norden bis ins Montafon im Süden sind es kaum 80 Kilometer – doch die topografische Dichte ist enorm. Du bewegst dich in einem Korridor zwischen hochmoderner Holzarchitektur und rauer Hochgebirgsnatur. Das Wetter schlägt schnell um; Stauregen am Arlberg ist keine Seltenheit, sondern die Regel. Das ist kein Terrain für unvorbereitete Touristen, sondern für Reisende, die Serpentinen beherrschen und die Qualität einer perfekten Infrastruktur zu schätzen wissen.
💡Wildcampen wird hier mit bis zu 14.500 € bestraft – investiere das Geld lieber in die exzellenten, aber teuren offiziellen Plätze und gute Bremsbeläge.
Die Region im Detail
Dein umfassender Reiseführer für Camping Vorarlberg.
Camping Vorarlberg: Der Überblick
Vorarlberg ist das westlichste Bundesland Österreichs und fungiert geologisch sowie kulturell als Scharnier zwischen dem Bodensee, dem Arlberg-Massiv und der Schweizer Grenze. Für deine logistische Planung bedeutet das: Du reist entweder über die deutsche A96 durch den Pfändertunnel an oder kommst über Tirol durch den Arlbergtunnel (Mautpflicht für beide Röhren beachten, Sondermautstrecke!). Die Region teilt sich grob in das dicht besiedelte Rheintal, den hügeligen Bregenzerwald und die hochalpinen Talschaften Montafon und Klostertal. Wenn du Campingurlaub Vorarlberg in dein Navigationssystem eingibst, wirst du schnell feststellen, dass das Preisniveau hier deutlich über dem österreichischen Durchschnitt liegt. Rechne in der Hauptsaison Juli/August mit Standplatzgebühren zwischen 45 € und 75 € pro Nacht für zwei Personen inklusive Strom und Ortstaxe. Dafür erhältst du allerdings eine Infrastruktur, die in Europa ihresgleichen sucht: Sanitäranlagen mit Fußbodenheizung, Trockenräume für Skiausrüstung und Parzellengrößen von oft über 100 Quadratmetern sind Standard, nicht Luxus.
Die Topografie diktiert hier den Rhythmus. Während du im Rheintal auf der A14 Rheintalautobahn zügig vorankommst, sind die Seitentäler Sackgassen oder führen über Pässe, die dein Fahrzeug fordern. Tankstellen sind im Rheintal und entlang der B190 alle 10 bis 15 Kilometer verfügbar, in den Bergtälern wie dem Großen Walsertal dünnt das Netz jedoch aus – hier solltest du spätestens bei halbem Tank nachfüllen. Ein entscheidender Faktor für Camping in Vorarlberg, Österreich ist die strikte Gesetzeslage: Das Landespolizeigesetz untersagt das freie Stehen außerhalb von Campingplätzen rigoros. Die Exekutive kontrolliert dies, besonders in Naturschutzgebieten und an Passstraßen, auch nachts. Plane deine Route also immer von einem offiziellen Stellplatz zum nächsten. Die Region ist kompakt, aber die Fahrzeiten verlängern sich durch Ortsdurchfahrten und Steigungen massiv. Unterschätze nicht die thermischen Bedingungen: Selbst im Hochsommer fallen die Temperaturen in Orten wie Lech oder Warth (beide auf ca. 1.500m) nachts auf einstellige Werte. Eine funktionierende Heizung ist auch im August kein optionales Feature, sondern Notwendigkeit.
Talschaften und Technik: Deine Route
Um Vorarlberg fahrtechnisch zu meistern, musst du die Zweiteilung des Landes verstehen und dein Wohnmobil entsprechend vorbereiten. Wir unterscheiden hier primär zwischen dem urbanen Rheintal/Bodensee und den alpinen Sektoren Bregenzerwald/Montafon. Diese Zonen stellen völlig unterschiedliche Anforderungen an dein Material und deine Fahrweise.
Rheintal und Bodensee (Norden/Westen):
Hier bewegst du dich auf einer Höhe von ca. 400 Metern über dem Meeresspiegel. Die Herausforderung ist nicht die Steigung, sondern die Dichte. Die A14 ist die Hauptschlagader. Wenn du abfährst, landest du oft in eng verbauten Dorfstrukturen. Achte bei der Anfahrt zu Plätzen in Bregenz oder Dornbirn auf die Fahrzeughöhe bei Bahnunterführungen – viele sind älter und nur für 3,20 Meter ausgelegt. Die Temperaturen sind hier mild, oft staut sich jedoch die Hitze. Ein Stellplatz ohne Schatten kann im Juli bei 30°C im Fahrzeuginneren unangenehm werden. Der Verkehr ist dicht, besonders zu den Pendlerzeiten morgens (07:00-08:30) und abends (16:30-18:00).
Bregenzerwald und Hochgebirge (Osten/Süden):
Sobald du von der Rheintalautobahn auf die L200 in den Bregenzerwald oder die B188 ins Montafon abbiegst, ändert sich das Spiel. Du kletterst schnell auf über 1.000 Meter. Für dein Wohnmobil bedeutet das: Prüfe vor der Einfahrt in die Region deine Bremsflüssigkeit (Siedepunkt!) und die Beläge. Passstraßen wie der Hochtannbergpass (1.676 m) oder die Verbindung nach Lech weisen Steigungen von 12-14% auf. Bergab gilt: Wer bremst, verliert – zumindest, wenn er dauerbremst. Nutze konsequent die Motorbremse im niedrigen Gang. Moderne Automatikgetriebe schalten hier oft zu früh hoch; zwinge sie in den manuellen Modus.
Die Straßen im Bregenzerwald sind generell gut ausgebaut, aber kurvig. Ein Fahrzeug mit langem Überhang hinten kann bei den engen Kehren der L200 oder in den Zufahrten zu höhergelegenen Bauernhöfen (für Direktvermarkter-Besuche) aufsetzen. Bodenfreiheit ist hier wichtiger als Höchstgeschwindigkeit. In den Hochlagen des Montafon sinkt der Sauerstoffgehalt leicht, was bei älteren Saugdiesel-Motoren zu spürbarem Leistungsverlust und Rußentwicklung führen kann. Beachte zudem das Camping Vorarlberg Wetterphänomen: Gewitter in den Bergen sind heftig und gehen oft mit Hagel einher. Parke wenn möglich nicht direkt unter Bäumen, aber suche Schutz vor Windböen, die im Walgau und Montafon Düseneffekte erreichen können.
Insider-Tipp: Die Silvretta-Strategie
Die Silvretta-Hochalpenstraße verbindet das Montafon (Vorarlberg) mit dem Paznaun (Tirol) und ist eine der technisch anspruchsvollsten, aber lohnendsten Strecken der Alpen. Der Fehler, den 90% der Wohnmobilisten machen: Sie fahren zwischen 10:00 und 14:00 Uhr. Dann teilst du dir die 32 Kehren mit Reisebussen und Motorrad-Kolonnen, was mit einem breiten Fahrzeug puren Stress bedeutet.
Mein Rat: Passiere die Mautstelle in Partenen (Maut ca. 26,50 € für Fahrzeuge bis 3,5t, darüber teurer) exakt um 07:30 Uhr morgens. Die Straße ist ab ca. Juni geöffnet. Zu dieser Zeit gehört der Asphalt dir. Die Steigung zur Bielerhöhe (2.032 m) verlangt deinem Kühlsystem alles ab – beobachte die Temperaturanzeige. Oben angekommen, ignoriere den ersten großen Parkplatz am Stausee. Fahre stattdessen ganz langsam über die Dammkrone (wenn freigegeben) oder nutze die ausgewiesenen Flächen am hinteren Ende des Sees für eine Frühstückspause. Die Morgenluft auf 2.000 Metern ist kristallklar, das Licht auf dem Piz Buin noch hart und konturstark. Wichtig: Die Abfahrt auf Tiroler Seite ist teils enger. Prüfe vor der Abfahrt, ob deine Bremsen abgekühlt sind.
Das kannst du hier erleben

Panoramablick vom Karren
⏱️ 1-2 StundenLeicht
Schwebe mit der Gondel auf den Karren, Dornbirns Hausberg, und genieße den atemberaubenden Ausblick auf das Rheintal, den Bodensee und die Schweizer Alpen. Ein unvergessliches Panorama erwartet dich.

Käsknöpfle im Bregenzerwald
⏱️ 1 StundeLeicht
Verpasse nicht die Gelegenheit, im Bregenzerwald traditionelle Käsknöpfle zu probieren. Diese regionaltypische Spezialität ist ein kulinarisches Highlight und ein Muss für jeden Besucher.

Wandern im Montafon
⏱️ variabelMittel
Erkunde die beeindruckende Bergwelt des Montafons auf zahlreichen Wanderwegen. Ob gemütliche Spaziergänge oder anspruchsvolle Gipfeltouren – hier findet jeder Wanderer die passende Route.

Geheimtipp: Lünersee
⏱️ 2-3 StundenLeicht
Entfliehe dem Trubel und entdecke den idyllischen Lünersee. Dieser Bergsee, umgeben von steilen Felswänden, ist ein wahrer Geheimtipp für Naturliebhaber und Ruhesuchende. Erreichbar mit der Lünerseebahn.
Zahlen und Fakten
Campingregion Vorarlberg
- 🌍 Land
- 🇦🇹 Oesterreich
- 📍 Region
- Vorarlberg
- 🏛️ Provinz
- Vorarlberg
- ☀️ Klima
- Alpines Klima mit warmen Sommern und kühlen Wintern
- 📅 Beste Reisezeit
- Mai/Juni für Wanderungen, Juli/August für Badeseen
- 🌡️ Sommer ∅
- 25°C
- 🌸 Frühling ∅
- 15°C
- 🏕️ Campingplätze
- ~80
- ✈️ Flughafen
- Flughafen Friedrichshafen (FDH), Schweiz Flughafen Zürich (ZRH)
- 🚌 ÖPNV
- Gut ausgebautes Busnetz, teilweise Bahnverbindungen
- 🌧️ Regentage
- 12
- 🚗 Ab München
- 3 Std. / 250 km via A96
- 🚗 Ab Hamburg
- 9 Std. / 850 km via A7/A96
- 💰 Preisniveau
- €€
- 🐕 Hunde
- Top
- 🎯 Geeignet für
- AktivurlauberNaturliebhaberFamilien
🚦 Auslastung nach Monat
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Ruhig Mäßig Voll Überfüllt