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Reiseführer Camping | Devon
Raue Küsten, enge Straßen.
UK, 🇬🇧 Grossbritannien
Reiseführer Camping | Devon
Der Geruch von feuchtem Farn mischt sich mit salziger Atlantikluft, während der Nebel über die Granitfelsen des Dartmoors zieht. Devon ist keine Postkartenidylle für Anfänger, sondern eine physische Erfahrung. Die Straßen sind oft schmaler als dein Fahrzeug, begrenzt durch meterhohe Heckenwälle, die keine Sicht und keine Ausweichmöglichkeit bieten. Wer Camping Devon plant, muss sein Fahrzeug beherrschen. Hier navigierst du nicht einfach von A nach B, sondern arbeitest dich über Single Track Roads voran, wo Rückwärtsfahren über 200 Meter zur Grundkompetenz gehört. Doch genau diese logistische Hürde filtert den Massentourismus. Was bleibt, ist der direkte Zugang zu zwei völlig unterschiedlichen Küstenlinien und einem rauen Hochmoor dazwischen, wo Wildpferde Vorfahrt haben und das Wetter innerhalb von Minuten von strahlendem Blau zu peitschendem Regen wechselt. Es ist England in seiner konzentriertesten, unverfälschten Form.
💡Wer Angst um seinen Seitenspiegel hat oder nicht rückwärts fahren kann, sollte südlich von Exeter umdrehen.
Die Region im Detail
Dein umfassender Reiseführer für Camping Devon.
Camping Devon: Der Überblick
Devon bildet das geografische Rückgrat der südwestlichen Halbinsel Großbritanniens und liegt strategisch zwischen Somerset im Osten und Cornwall im Westen. Die Region teilt sich grob in drei Zonen: Die Nordküste am Bristol Channel, die Südküste am Ärmelkanal und das zentrale Dartmoor. Die Anreise erfolgt fast zwangsläufig über die M5, die bei Exeter endet und sich dort in die A30 und A38 aufspaltet. Von Dover sind es etwa 350 Kilometer, was mit einem schweren Wohnmobil eine reine Fahrtzeit von gut 4,5 bis 5 Stunden bedeutet. Wer Campingurlaub Devon ernsthaft betreiben will, muss die saisonalen Preisstrukturen verstehen. Großbritannien ist kein günstiges Pflaster. Während ein einfacher Stellplatz auf einer Farm (sogenannte 'Certificated Locations') in der Nebensaison ab 20£ (ca. 23€) zu haben ist, rufen Premium-Plätze an der Küste im Juli und August Preise von 50£ bis 80£ (ca. 58€–93€) pro Nacht auf. Die Infrastruktur ist exzellent, aber zweigeteilt: Es gibt riesige Ferienparks mit Clubhäusern, die man meiden sollte, wenn man Ruhe sucht, und ein dichtes Netzwerk aus kleinen, oft familiär geführten Plätzen auf landwirtschaftlichem Grund. Letztere bieten oft nur Strom und Wasser, dafür aber Stellflächen auf festem Grasuntergrund mit Blick auf die Weiden. Ein entscheidender Faktor für Camping in Devon, grossbritannien ist die Buchungsvorlaufzeit. Die Briten sind leidenschaftliche Camper; die besten Plätze mit Meerblick sind oft schon im Januar für den Sommer ausgebucht. Wildcamping ist in England – anders als in Schottland – generell verboten und wird besonders in den Nationalparks streng kontrolliert. Ausnahme waren lange Zeit Teile des Dartmoors, doch hier hat sich die Rechtslage 2023 verschärft, weshalb die Nutzung offizieller Stellflächen zwingend angeraten ist, um Bußgelder zu vermeiden. Tankstellen sind entlang der Hauptachsen A361, A30 und A38 alle 20-30 Kilometer vorhanden, in den ländlichen Küstenabschnitten jedoch rar. Dieselpreise liegen oft 10-15% über dem Festland-Niveau.
Nordküste vs. Südküste: Routenwahl und Fahrzeug
Die Entscheidung zwischen Nord- und Süddevon definiert den Charakter deiner Reise und stellt unterschiedliche Anforderungen an dein Wohnmobil. Der Norden ist rau, dem Atlantik zugewandt und ein Mekka für Surfer. Die Topografie ist hier extremer. Orte wie Lynton und Lynmouth sind durch Steigungen von bis zu 25% verbunden (z.B. Countisbury Hill). Dein Fahrzeug benötigt hier ein absolut gesundes Kühlsystem und Bremsen, die auch bei langen Abfahrten nicht faden. Die A361 (North Devon Link Road) ist die Hauptschlagader und gut ausgebaut, aber sobald du Richtung Küste abbiegst (z.B. Richtung Croyde oder Woolacombe), werden die Straßen eng. Hier dominiert die Naturgewalt: Steile Klippen, breite Sandstrände und starker Wind. Ein Stellplatz in exponierter Lage erfordert Sturmbänder für die Markise – selbst im Sommer. Der Süden hingegen, die sogenannte 'English Riviera' und die South Hams, ist landschaftlich weicher, aber fahrtechnisch oft tückischer. Die Vegetation ist subtropisch geprägt, Palmen wachsen in Salcombe und Dartmouth. Die Straßen hier sind berüchtigt für die 'Devon Banks' – hohe Erdwälle mit Heckenbewuchs, die die Fahrbahn flankieren. Ein 2,30 Meter breites Fahrzeug passt auf vielen Nebenstrecken gerade so durch, Spiegelkontakt mit der Hecke ist fast unvermeidlich. Kratzer im Acrylglas der Fenster sind hier keine Frage des 'Ob', sondern des 'Wann'. Wer Camping Devon im Süden plant, sollte die A381 und A379 mit Respekt behandeln. Besonders die Zufahrten zu den Buchten sind oft einspurig mit 'Passing Places'. Die Faustregel: Siehst du Gegenverkehr, halte sofort an der nächsten Bucht. Wer weiterfährt und sich dann festfährt, erntet den Zorn der Einheimischen. Technisch gesehen ist für den Süden eine Rückfahrkamera nicht nur Luxus, sondern Überlebenswerkzeug. Fahrzeuge über 7,50 Meter Länge bekommen in den engen Hafenorten wie Dartmouth massive Probleme beim Rangieren. Parkplätze an den Stränden haben oft Höhenbalken (2,10m) – informiere dich vorher über 'Motorhome Friendly Parking'. Das Klima unterscheidet sich ebenfalls: Der Süden ist trockener und milder, während sich im Norden und über dem Dartmoor (bis 600m Höhe) Wolken schneller stauen und abregnen.
Insider-Tipp: Die A39 und der Porlock Hill
Viele Navigationssysteme versuchen, dich auf dem Weg von Somerset nach Nord-Devon über die A39 zu leiten. Vorsicht: Diese Route führt über den berüchtigten Porlock Hill. Mit einer Steigung von bis zu 25% (1:4) ist dies eine der steilsten Hauptstraßen Großbritanniens. Für schwere Wohnmobile, besonders solche mit langem Überhang oder Vorderradantrieb auf nassem Asphalt, ist das eine Tortur für die Kupplung und Traktion. Der Insider-Tipp für alle, die ihr Material schonen wollen: Nutze die privat betriebene Mautstraße ('Porlock Toll Road'). Für eine Gebühr von ca. £10 umfährst du die extremste Steigung auf einer landschaftlich reizvollen, deutlich flacheren Route durch den Wald. Die Investition spart dir nicht nur Schweißausbrüche, sondern schont dein Getriebe massiv. Wenn du oben auf dem Exmoor ankommst, suche nicht nach Supermärkten. Die wahre Qualität liegt in den 'Farm Shops'. Ein konkretes Ziel: Der 'South Molton Pannier Market' (Donnerstags und Samstags). Hier kaufst du Fleisch und Gemüse direkt vom Erzeuger zu Preisen, die fair, aber nicht billig sind. Das Rindfleisch der Region (Red Ruby Devon) hat eine Qualität, die jeden Supermarkt-Import in den Schatten stellt.
Das kannst du hier erleben

Surfen lernen in Woolacombe
⏱️ 2-3 StundenLeicht
Woolacombe ist bekannt für seine fantastischen Wellen. Buche einen Surfkurs und reite deine erste Welle – ein unvergessliches Erlebnis!

Wandern auf dem South West Coast Path
⏱️ variabelMittel
Erkunde die spektakuläre Küstenlinie auf einem der schönsten Wanderwege Englands. Atemberaubende Ausblicke garantiert!

Kajakfahren auf dem River Dart
⏱️ 3-4 StundenLeicht
Gleite auf dem ruhigen Fluss durch üppige Wälder und genieße die Stille der Natur. Perfekt für eine entspannte Auszeit.

Sternenbeobachtung im Dartmoor Nationalpark
⏱️ variabelLeicht
Dartmoor ist ein Dark Sky Reserve, wo du die Milchstraße in ihrer vollen Pracht erleben kannst. Pack deine Decke ein und genieße den Sternenhimmel.
Zahlen und Fakten
Campingregion Devon
- 🌍 Land
- 🇬🇧 Grossbritannien
- ☀️ Klima
- Mildes, maritimes Klima mit relativ milden Wintern und warmen Sommern. Häufige Regenfälle.
- 📅 Beste Reisezeit
- Juni für sonnige Tage und belebte Strände vs. September für entspannte Wanderungen und weniger Trubel.
- 🌡️ Sommer ∅
- 18-22°C
- 🌸 Frühling ∅
- 12-15°C
- 🏕️ Campingplätze
- ~350
- ✈️ Flughafen
- Exeter Airport (EXT)
- 🚌 ÖPNV
- Busse verbinden die größeren Städte und Dörfer, aber ein Auto oder Wohnmobil ist ideal, um die abgelegenen Gebiete zu erkunden.
- 🌧️ Regentage
- 10-14 Tage pro Monat
- 💰 Preisniveau
- Mittel. Camping in Devon bietet eine breite Palette an Optionen, von einfachen Zeltplätzen bis hin zu luxuriösen Glamping-Angeboten. Die Preise variieren je nach Saison und Ausstattung.
- 🐕 Hunde
- 4 Sterne. Viele Campingplätze in Devon sind hundefreundlich, aber in der Brutzeit der Vögel (März bis Juli) gilt an vielen Stränden und Wanderwegen Leinenpflicht.
- 🎯 Geeignet für
- FamilienWandererHundebesitzerSurfer
🚦 Auslastung nach Monat
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Ruhig Mäßig Voll Überfüllt