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Großglockner Hochalpenstraße

3-5 Tage280 kmMittel
Routenverlauf

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Über diese Tour

Über diese Tour

Die Großglockner Hochalpenstraße ist kein Geheimtipp. Sie ist das Gegenteil: die meistbefahrene Panoramastraße der Alpen, 900.000 Besucher im Jahr, ein Denkmal der Ingenieurskunst aus den 1930er Jahren, das sich in 36 Kehren auf 2.504 Meter Höhe schraubt. Und trotzdem funktioniert sie im Wohnmobil noch einmal ganz anders als im PKW oder Reisebus, denn die Straße belohnt Langsamkeit. Wer sich die Zeit nimmt – und im Wohnmobil hat man sie –, der erlebt eine alpine Dramaturgie, die ihresgleichen sucht: vom Talboden durch Lärchenwälder in die Almzone, dann über die Baumgrenze hinaus in eine Welt aus Fels, Schnee und Gletschereis, wo der Blick auf über 30 Dreitausender fällt und das Licht Farben annimmt, die es unten im Tal nicht gibt. Die Straße wurde zwischen 1930 und 1935 gebaut, in der Wirtschaftskrise, als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. 3.200 Arbeiter, Handarbeit, Sprengstoff und Muskelkraft. Das Ergebnis ist eine der grandiosesten Straßen der Welt – nicht nur wegen der Aussicht, sondern wegen der Linienführung: Die Ingenieure haben die Kehren so angelegt, dass in jeder Kurve ein neues Panorama aufgeht. Keine Kurve wiederholt das Bild der vorherigen. Das ist kein Zufall, das ist Gestaltungswille. Für Wohnmobilfahrer ist die Strecke machbar, aber nicht trivial. Die Straße ist durchgehend zweispurig und gut gepflegt, die Kehren sauber ausgefahren, die Steigungen maximal 12 Prozent. Aber: Ein Wohnmobil ab 3,5 Tonnen spürt die Höhenmeter. Der Motor arbeitet, die Bremsen werden beansprucht, und ab 2.000 Metern kann es auch im Juli empfindlich kalt werden. Wohnmobile über 10 Meter Länge sind technisch zugelassen, aber in den engsten Kehren wird es sportlich – besonders bei Gegenverkehr. Die goldene Grenze liegt bei 7,5 Metern: Darunter ist alles entspannt, darüber braucht man Erfahrung. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zahlen eine Sondermaut von etwa 39,50 Euro (Stand 2026), PKW-Tarif liegt bei 29 Euro. Online-Tickets auf grossglockner.at sind 2 Euro günstiger und vermeiden Wartezeiten an der Kasse. Die Straße ist in der Regel von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet, Tagesöffnungszeit von 5:00 bis 21:30 Uhr (letzte Einfahrt 21:00 Uhr). Nachts ist die Straße gesperrt. Das bedeutet: Du musst den Hochtor-Pass bis 21:30 Uhr passiert haben, sonst strandest Du. Das klingt eng, ist es aber nicht – die reine Fahrzeit von Mautstation zu Mautstation beträgt etwa 45 Minuten ohne Stopp. Mit Stopps (und man wird stoppen, ständig) sollte man 3-4 Stunden einplanen.

Etappen

Deine Reise im Detail

🚐Innsbruck und der Weg zum Pass

Innsbruck als Startpunkt bedeutet: ein bis zwei Tage Vorlauf in einer Stadt, die selbst einen Besuch wert ist. Die Altstadt mit dem Goldenen Dachl, dem Bergisel-Sprungschanze-Museum von Zaha Hadid und der Nordkette – Österreichs einziger Großstadt, die direkt an eine 2.300-Meter-Felswand grenzt – bieten genug Programm. Der Wohnmobilstellplatz Innsbruck-Kranebitten (GPS: 47.2712, 11.3461) liegt westlich des Zentrums am Inn, 15 Euro mit Strom, Busverbindung in 10 Minuten zum Zentrum. Alternativ: Camping Innsbruck-Natterer See (GPS: 47.2340, 11.3636) – höhere Lage, ruhiger, mit Badesee, aber 20 Minuten zum Stadtkern. Die Anfahrt zur Großglockner Hochalpenstraße führt über die Brenner-Autobahn (A13) nach Süden, dann bei Matrei in Osttirol in das Tauerntal. Dieser Zugang von Norden ist der landschaftlich eindrucksvollere: Das Tal wird enger, die Berge rücken zusammen, und bei Heiligenblut öffnet sich plötzlich das Bild auf den Großglockner. Heiligenblut selbst ist ein Bilderbuchdorf – die gotische Wallfahrtskirche mit ihrem spitzen Turm vor der Kulisse des 3.798 Meter hohen Großglockners ist eines der meistfotografierten Motive Österreichs. Der Wohnmobilstellplatz Heiligenblut (GPS: 47.0398, 12.8442) liegt am Ortseingang, 18 Euro mit Strom und Entsorgung. Von hier startest Du am nächsten Morgen den Aufstieg. Der Aufstieg von der Südseite (Heiligenblut) ist der dramatischere: 14 Kehren, 1.300 Höhenmeter, die Landschaft verändert sich alle fünf Minuten. Auf den ersten Kilometern fährst Du durch Lärchenwald, die Bäume stehen licht, Sonnenstrahlen fallen in Streifen auf die Straße. Ab 1.800 Metern wird der Wald zur Krüppelkiefer, dann zur Almwiese, und ab 2.200 Metern gibt es nur noch Fels und Schneefelder. An der Kasereck-Kehre (Kilometer 8) solltest Du anhalten: Der Blick zurück über das Mölltal ist einer der schönsten der gesamten Strecke — bei Abendlicht färbt sich das Tal rostgold, während die Gipfel noch in der Sonne stehen.

⛰️Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und der Pasterze-Gletscher

Das Hochtor (2.504 Meter) ist der höchste Punkt der Passstraße, aber nicht der emotionale Höhepunkt. Dieser liegt auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – einer Stichstraße, die vom Hauptpass nach Osten abzweigt und in einer Sackgasse endet, direkt gegenüber dem Großglockner und der Pasterze. Der Parkplatz hier (GPS: 47.0748, 12.7523) fasst auch große Wohnmobile und ist im Mautpreis enthalten. Die Zufahrt ist 9 Kilometer lang und endet in einem Moment, der sprachlos macht: Du stehst auf einer Terrasse, 2.369 Meter hoch, und vor Dir liegt der Großglockner wie eine gezackte Pyramide, darunter die Pasterze – der größte Gletscher der Ostalpen. Die Pasterze ist gleichzeitig faszinierend und verstörend. Der Gletscher hat seit den 1850er Jahren mehr als die Hälfte seiner Fläche verloren, in den letzten 20 Jahren beschleunigt. Die Gamsgrubenweg-Wanderung (2,5 Stunden, moderat, Start am Parkplatz) führt auf Stegen und durch Tunnel am Gletscher entlang — man sieht die Gletscherzunge, hört das Schmelzwasser, riecht den mineralischen Geruch des frisch freigelegten Fels. Der Pasterze-Lehrpfad erklärt die Gletscherdynamik mit Markierungen: Hier stand die Gletscherfront 1990, hier 2010, hier 2020. Die Abstände werden jedes Jahr größer. Auf dem Hochtor selbst gibt es ein kleines Museum, das die Baugeschichte der Straße dokumentiert, und eine Kapelle aus dem Jahr 1937. Wer empfindlich auf Höhe reagiert – leichte Kopfschmerzen, Atemnot – sollte am Hochtor nicht rasten, sondern langsam weiterfahren. Die Edelweißspitze, ein Stichweg vom Fuscher Törl, bietet auf 2.571 Metern den höchsten befahrbaren Punkt der Route und einen 360-Grad-Rundumblick. Die Auffahrt ist mit 14% Steigung allerdings nichts für schwere Wohnmobile über 3,5 Tonnen – erkundige Dich vorher, ob Dein Fahrzeug die Steigung bewältigt. Die Abfahrt nach Norden (Fusch-Bruck) ist technisch weniger anspruchsvoll als der Aufstieg von Süden, aber die Bremsen werden auf den 14 Kilometern bis zum Talboden gefordert. Schalte in den niedrigsten Gang, fahre maximal 30 km/h in den Kehren, und halte alle 3-4 Kehren an einem der Rastplätze an, um die Bremsen abkühlen zu lassen. Das klingt übertrieben, ist es bei einem 3,5-Tonner aber nicht.

📸Zell am See und der Ausklang

Zell am See ist der perfekte Kontrapunkt zur alpinen Strenge des Glockner-Massivs: weich, wasserblau, entspannt. Der Zeller See liegt eingebettet zwischen den Grasbergen der Pinzgauer Voralpen und dem Kitzsteinhorn (3.203 Meter), dessen Gletscher von der Uferpromenade aus sichtbar ist. Nach einem Tag auf 2.500 Metern Höhe wirkt die Fahrt ins Tal wie eine Rückkehr in eine andere Welt – plötzlich gibt es wieder Bäume, Wiesen, das Licht ist weicher, die Luft riecht nach See und frisch geschnittenem Gras. Der Wohnmobilstellplatz Zell am See (GPS: 47.3180, 12.7880) liegt am Seeufer, fünf Minuten zu Fuß von der Fußgängerzone entfernt. 22 Euro mit Strom, Ver- und Entsorgung, ebener Schottergrund. Im Sommer kann es voll sein – bis 14 Uhr ankommen oder den Ausweichstellplatz am Sportplatz nutzen (GPS: 47.3279, 12.8005, 14 Euro). Die Zeller Fußgängerzone ist kompakt, aber lebendig: Konditorei Hinterwirth hat die besten Salzburger Nockerln der Region (nur auf Vorbestellung, 20 Minuten Backzeit, für zwei Personen 12 Euro), und das Fischrestaurant am See serviert Reinanke und Saibling direkt aus dem Zeller See. Der Zeller See selbst erreicht im Sommer 24°C Wassertemperatur – warm genug für ausgedehntes Baden. Die Strandbäder (Eintritt 6 Euro) bieten Liegewiesen und Stege, aber die kostenlose Alternative ist der Naturstrand am Südufer (GPS: 47.3050, 12.7850), erreichbar über einen Fußweg entlang der Uferpromenade. Wer die Tour verlängern will: Die Kaprun Hochgebirgsstauseen (30 Minuten von Zell am See) sind ein Tagesausflug wert – zwei Stauseen auf 2.040 Metern Höhe, eingerahmt von Dreitausendern, erreichbar über Busse vom Kesselfall-Parkplatz. Und das Kitzsteinhorn bietet die einzige Möglichkeit in der Region, im Sommer auf einem Gletscher zu stehen – die Gipfelwelt 3000 mit Aussichtsplattform und Nationalpark-Gallery ist mit der Seilbahn erreichbar (35 Euro pro Person). Die Weiterfahrt durch das Salzachtal nach Salzburg (90 Minuten) verbindet die Glockner-Route nahtlos mit der Salzkammergut-Seenrundfahrt – die nächste Tour in diesem Guide.

Reisetipps

💡Praktische Tipps

  • ✓Die Großglockner Hochalpenstraße ist eine Mautstraße. Wohnmobile über 3,5 Tonnen zahlen ca. 39,50 Euro Tagesmaut (Stand 2026), PKW 29 Euro. Online-Tickets auf grossglockner.at sparen 2 Euro und Wartezeit. Das Ticket gilt für eine Hin- und Rückfahrt am selben Tag. Wer von Süden (Heiligenblut) nach Norden (Fusch-Bruck) durchfährt, braucht kein Rückfahrtticket. Die Straße ist durchgehend zweispurig, die Steigungen betragen maximal 12%. Für Wohnmobile bis 7,5 Meter Länge ist die Strecke unproblematisch. Fahrzeuge über 7,5 Meter können fahren, sollten aber alpine Fahrerfahrung mitbringen – in den engsten Kehren wird es bei Gegenverkehr sportlich. Fahrzeuge über 10 Meter sind technisch zugelassen, aber die Nervenbelastung in den Spitzkehren ist hoch.
  • ✓Timing ist entscheidend: Die Straße öffnet in der Regel Anfang Mai und schließt Ende Oktober. Tägliche Öffnungszeiten 5:00-21:30 Uhr (letzte Einfahrt 21:00). Die Monate Juni und September bieten das beste Verhältnis aus Wetter, Schneefreiheit und Besucheraufkommen. Im Juli und August (besonders an Wochenenden) kann es an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ab 11 Uhr voll werden – Parkplatzsuche inklusive. Der Profi-Tipp: Starte um 6:00 Uhr morgens von Heiligenblut. Um diese Zeit ist der Aufstieg nahezu verkehrsfrei, das Morgenlicht auf den Gipfeln ist spektakulär, und Du bist gegen 8:00 Uhr an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – mit freier Parkplatzwahl und dem Gletscher für Dich allein.
  • ✓Ver- und Entsorgung: Am Wohnmobilstellplatz Heiligenblut (Südseite) und am Stellplatz Zell am See (Nordseite). Auf der Passstraße selbst gibt es keine Versorgungseinrichtungen. Frischwasser und Entsorgung vor dem Start erledigen. Diesel: Die letzte Tankstelle vor dem Aufstieg von Süden liegt in Heiligenblut (Tankstelle Glocknerapotheke), von Norden in Fusch an der Glocknerstraße. Die Elan-Tankstelle in Fusch ist die günstigere Option. Auf der Passhöhe gibt es keine Tankstelle. Lebensmittelversorgung: Heiligenblut hat einen kleinen SPAR, Zell am See bietet einen Interspar am Stadtrand. Auf dem Pass selbst gibt es am Hochtor-Pass und an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe Gastronomiebetriebe mit gehobener Alpenküche – Preise alpentypisch (Hauptgericht 15-22 Euro).

Auf einen Blick

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Dauer

3-5 Tage

📏

Strecke

280 km

🏔️

Schwierigkeit

Mittel

Highlights

  • ⭐Großglockner (3.798m)
  • ⭐Pasterze Gletscher
  • ⭐Zell am See
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