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Schwarzwaldhochstraße

3-4 Tage250 kmMittel
Routenverlauf

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StartpunktHighlightEndpunkt
Über diese Tour

Über diese Tour

Die Schwarzwaldhochstraße ist keine Straße für Eilige. Wer die B500 von Baden-Baden nach Freudenstadt als Abkürzung benutzt, hat sie nicht verstanden. Diese 60 Kilometer Kammstraße auf 800 bis 1.000 Metern Höhe sind ein Erlebnis, das sich in Kurven, Ausblicken und dem Geruch von Harz und feuchtem Moos erschließt. Sie ist die älteste und bekannteste Panoramastraße des Schwarzwalds, 1932 als Touristenroute konzipiert, und sie funktioniert im Wohnmobil noch einmal ganz anders als im PKW: langsamer, achtsamer, mit der Möglichkeit, an jedem der zahlreichen Aussichtspunkte anzuhalten und die Stille des Waldes tatsächlich zu hören. Der Nordschwarzwald, durch den diese Route führt, ist ein Mittelgebirge mit Temperament. Dichte Tannen- und Fichtenwälder, die so dunkel sind, dass ihnen der Name seinen Ursprung verdankt. Dazwischen Hochmoore, Karseen aus der Eiszeit und Gipfelwiesen, auf denen im Sommer Enzian blüht. An klaren Tagen reicht der Blick von den Aussichtspunkten über die Rheinebene bis zu den Vogesen – manchmal, bei Föhn, sogar bis zu den Schweizer Alpen. Und genau dieses Panorama macht die Schwarzwaldhochstraße zu einer Route, die bei jedem Wetter funktioniert: Bei Nebel fährst Du durch eine Landschaft, die wie eine japanische Tuschzeichnung wirkt, nur die Scheinwerfer und der Waldboden existieren. Für Wohnmobilfahrer ist die Strecke ein Vergnügen. Die B500 ist durchgehend zweispurig, gut ausgebaut, mit sanften Kurven und moderaten Steigungen. Kein Vergleich mit alpinen Serpentinen. Die einzige Herausforderung: Im Winter kann die Höhenlage Schnee und Eis bedeuten, weshalb die Route von November bis März nur mit Winterreifen und Vorsicht befahren werden sollte. Von April bis Oktober ist die Straße komplett problemlos. Die Infrastruktur ist unaufgeregt solide. Entlang der Route gibt es keine offiziellen Wohnmobilstellplätze auf dem Kamm selbst, aber in den Tälern links und rechts – und am Start- und Endpunkt – ausreichend Optionen. Die Parkplätze an den Aussichtspunkten und Wandertrailheads (Mummelsee, Ruhestein, Schliffkopf) sind tagsüber kostenlos nutzbar, für Übernachtung aber nicht gestattet. Wer Wildcampen im Sinn hat: Der Nationalpark Schwarzwald grenzt direkt an die Route, und dort wird konsequent kontrolliert. Besser die legalen Alternativen in den Seitentälern nutzen.

Etappen

Deine Reise im Detail

🌲Baden-Baden und der Aufstieg zum Kamm

Baden-Baden ist der grandioseste Ausgangspunkt, den eine deutsche Panoramastraße haben kann. Die Stadt riecht nach Geld, Thermalwasser und Kiefern. Bevor Du losfährst, lohnt sich mindestens ein halber Tag: Die Lichtentaler Allee – ein Park, der sich zwei Kilometer am Oosbach entlangzieht – ist einer der schönsten Spazierwege Europas, und das ganz ohne Übertreibung. Das Festspielhaus (das zweitgrößte Opernhaus des Kontinents) und das Casino (das älteste Deutschlands) definieren den Ton: kultiviert, aber nicht steif. Der Wohnmobilstellplatz Baden-Baden liegt am Festplatz (GPS: 48.7631, 8.2297). Er ist funktional, nicht besonders hübsch, aber gut gelegen – zehn Minuten zu Fuß in die Fußgängerzone, Ver- und Entsorgung vorhanden, 15 Euro mit Strom. Alternativ: Der Campingplatz Adam am Hardtwald (GPS: 48.7785, 8.2105) bietet mehr Grün, ist aber weiter vom Zentrum entfernt. Der Aufstieg beginnt direkt am Stadtrand. Die B500 schraubt sich in langen Kehren aus dem Oostal nach oben. Der Wald wird dichter, die Luft kühler. Nach etwa 15 Kilometern passierst Du die Bühlerhöhe – einst ein Grandhotel, heute geschlossen, aber der Parkplatz bietet den ersten großen Panoramablick. Von hier siehst Du die gesamte Oberrheinische Tiefebene unter Dir: die Weinberge von Bühl und Achern als geometrisches Muster in Grün und Gold, dahinter den Rhein als silbernes Band, und bei guter Sicht die Kontur der Vogesen. Die neue Geroldsauer Wasserfälle-Umfahrung (seit 2019) führt die B500 etwas westlicher als die alte Route. Der Wasserfall selbst – 6 Meter hoch, umgeben von moosbewachsenen Felsen – ist ein Stopp wert, auch wenn die Parkmöglichkeiten für Wohnmobile auf zwei Buchten am Straßenrand begrenzt sind. Morgens vor 9 Uhr hat man ihn für sich. Ab der Bühlerhöhe beginnt die eigentliche Kammfahrt. Die Straße verläuft nun fast eben auf 900 bis 1.000 Metern Höhe, und genau diese Horizontalität – kein ständiges Bergauf und -ab, sondern ein Gleiten auf dem Grat – macht das Fahrgefühl so besonders. Links und rechts fallen die Hänge steil ab, und durch die Lücken in den Tannen blitzt immer wieder das Rheintal auf der einen und das Murgtal auf der anderen Seite.

🕰️Karseen, Sturmschneisen und das Dach des Nordschwarzwalds

Der Mummelsee ist der touristische Fixpunkt der Schwarzwaldhochstraße, und er verdient die Aufmerksamkeit – wenn man ihn zur richtigen Zeit besucht. Der Karsee liegt auf 1.028 Metern Höhe, kreisrund, 18 Meter tief, entstanden in der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren. Die Sage erzählt von Nixen, die in seinen dunklen Wassern leben. Die Realität: Ein Hotel, ein Souvenirshop und eine Terrasse, auf der ab 10 Uhr morgens die Reisebusse ihre Ladung absetzen. Der Camper-Hack: Komme vor 8:30 Uhr. Um diese Zeit steht Nebel über dem See, die Wasseroberfläche ist regungslos, und die einzigen Geräusche sind Vogelrufe und das Tropfen von Kondenswasser von den Tannen. Der Parkplatz (GPS: 48.5955, 8.2000) fasst auch große Wohnmobile und ist tagsüber kostenlos. Die Umrundung des Sees dauert 20 Minuten. Von der Rückseite sieht man die Hornisgrinde – mit 1.164 Metern der höchste Berg des Nordschwarzwalds. Der Aufstieg zum Gipfel dauert 45 Minuten und lohnt sich: Oben wartet ein Aussichtsturm und ein Hochmoor, das unter Naturschutz steht. Vier Kilometer südlich des Mummelsees liegt der Ruhestein, der Eingang zum Nationalpark Schwarzwald. Das Nationalparkzentrum (2021 eröffnet, Architekturpreis-Gewinner, Eintritt frei) erklärt die Philosophie des Parks: Natur Natur sein lassen. Das bedeutet umgestürzte Bäume, die liegenbleiben, Borkenkäfer, die ihren Job machen, und ein Wald, der sich langsam in das zurückverwandelt, was er vor der Forstwirtschaft war. Der Lotharpfad, 200 Meter vom Parkplatz entfernt, ist das lebende Beispiel: Orkan Lothar hat 1999 hier eine Schneise geschlagen, und seitdem wächst der Wald neu – als chaotisches, lebendiges, überwucherndes Dickicht, das dem aufgeräumten Forst rundherum widerspricht. Der Pfad führt auf Stegen und Leitern durch das Sturmbruchgebiet. Dauer: 45 Minuten. Schwierigkeit: moderat, festes Schuhwerk nötig. Für Kinder großartig. Der Schliffkopf (1.055 Meter) bietet den vielleicht besten Rundumblick der gesamten Route. Der Parkplatz am Schliffkopf-Hotel (GPS: 48.5580, 8.2290) ist groß genug für Wohnmobile. Das Hotel selbst bietet ein erstaunlich gutes Restaurant mit regionaler Küche – die Wildkräutersuppe mit Schwarzwälder Schinkenspänen ist kein Gericht für Touristen, sondern für Leute, die hier leben. Von der Terrasse Blick über die Schwarzwaldtäler bis zum Feldberg.

🍰Kniebis, Freudenstadt und der Abstecher ins Kinzigtal

Ab dem Schliffkopf wird die Landschaft weicher. Die steilen Kammlagen weichen sanfteren Kuppen, die Nadelwälder mischen sich mit Buchen, und die ersten Schwarzwaldhöfe tauchen auf – diese massiven, tief heruntergezogenen Walmdachhäuser, die aussehen, als würden sie sich gegen den Wind stemmen. Am Kniebis führt die B28 nach Osten ab. Wer die Schwarzwaldhochstraße mit einem Abstecher zu den Triberger Wasserfällen verbinden will, biegt hier ab. Triberg liegt 35 Kilometer östlich und ist ein eigener Tagesausflug wert. Die Triberger Wasserfälle – mit 163 Metern die höchsten natürlichen Wasserfälle Deutschlands – stürzen über sieben Stufen durch eine Granitkluft. Der Zugang kostet 8 Euro (Kinder 4 Euro), und der Weg hinauf ist gut ausgebaut, aber steil. Triberg ist gleichzeitig das Epizentrum der Kuckucksuhr-Industrie, und ja, die weltgrößte Kuckucksuhr steht tatsächlich hier (Schonachbach, 3 km westlich, der Kuckuck ruft zur vollen Stunde). Der Wohnmobilstellplatz Triberg (GPS: 48.1297, 8.2293) liegt am Ortsrand, 10 Euro mit Strom, zehn Minuten zu Fuß zu den Wasserfällen. Zurück auf der Hauptroute: Freudenstadt ist der Endpunkt, und er überrascht. Die Stadt wurde 1599 von Herzog Friedrich I. auf dem Reißbrett geplant – der Marktplatz ist mit rund 4,5 Hektar einer der größten Deutschlands, ein perfektes Rechteck, umgeben von Arkadengängen. Hier funktioniert das pralle Leben: Markttage (Mittwoch und Samstag), Straßencafés unter den Lauben, und eine Gastronomie, die vom Schwarzwälder Vesper (kalter Aufschnitt, Bauernbrot, Kirschwasser) bis zum gehobenen Menü reicht. Der Wohnmobilstellplatz Freudenstadt (GPS: 48.4622, 8.4161) liegt am Panoramabad, fünf Minuten vom Marktplatz entfernt. 12 Euro mit Strom, Ver- und Entsorgung, ebener Asphaltgrund. Das Freibad nebenan (5 Euro Eintritt) bietet ein beheiztes Sportbecken und eine Liegewiese mit Blick auf die Höhen des Schwarzwalds – ein guter Ort, um die Beine nach der Kammfahrt auszustrecken. Wer die Tour verlängern will: Die Schwarzwaldtäler südlich von Freudenstadt (Kinzigtal, Wolftal, Gutachtal) bieten eigene Routen, die weniger bekannt und oft noch eindrucksvoller sind. Das Wolftal nach Schiltach (30 Minuten) führt zu einer der besterhaltenen Fachwerkstädte des Schwarzwalds – eine Stadt, die sich an den Hang schmiegt wie ein Farbkasten: Rostrot, Ocker, Schiefergrau, jedes Haus ein eigenes Kapitel.

Reisetipps

💡Praktische Tipps

  • ✓Die Schwarzwaldhochstraße ist für alle Wohnmobilgrößen unproblematisch. Die B500 ist durchgehend zweispurig mit soliden Fahrbahnbreiten. Steigungen bleiben moderat (maximal 8%), Kurvenradien sind großzügig. Einzige Einschränkung: Von November bis März kann die Kammhöhe winterlich sein – Schneeketten sind in dieser Zeit keine schlechte Idee. Die Parkplätze an den Hauptaussichtspunkten (Bühlerhöhe, Mummelsee, Ruhestein, Schliffkopf) fassen alle Wohnmobile bis 8 Meter Länge. Für größere Mobile ist der Mummelsee-Parkplatz die sicherste Option, da er mehr Rangierraum bietet.
  • ✓Das Timing entscheidet über das Erlebnis: Der Mummelsee ist zwischen 10 und 15 Uhr überlaufen (Reisebusse). Komme vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr. Der Lotharpfad am Ruhestein ist weniger frequentiert und auch mittags gut begehbar. Die gesamte Route entfaltet ihre beste Stimmung bei leichtem Nebel oder in der Dämmerung – die Schwarzwaldtannen im Gegenlicht, der Dunst über den Tälern. Beste Reisezeit: Mai bis Oktober. Im Hochsommer (Juli/August) sind die Parkplätze an den Wochenenden ab 11 Uhr voll. Unter der Woche ist die Route auch im Sommer entspannt.
  • ✓Ver- und Entsorgung: In Baden-Baden am Festplatz-Stellplatz, in Freudenstadt am Panoramabad-Stellplatz. Auf der Kammstrecke selbst gibt es keine Versorgungseinrichtungen – Frischwasser und Entsorgung vor dem Start oder am Ende erledigen. Diesel: Die letzte günstige Tankstelle vor dem Aufstieg liegt an der B3 in Baden-Baden (Höhe Oos). Auf der Kammstrecke gibt es keine Tankstelle. In Freudenstadt stehen drei Tankstellen zur Wahl, die AVIA am Stadtrand ist die günstigste. Die KONUS-Gästekarte (kostenlos im Schwarzwald bei teilnehmenden Betrieben) ermöglicht freie Nutzung aller Busse und Bahnen im Schwarzwald – hilfreich für Tagesausflüge ohne Wohnmobil.

Auf einen Blick

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Dauer

3-4 Tage

📏

Strecke

250 km

🏔️

Schwierigkeit

Mittel

Highlights

  • ⭐Mummelsee
  • ⭐Lotharpfad
  • ⭐Triberger Wasserfälle
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