Wasserwege und Fahrcharakter auf dem Grande Lago
Der Alqueva-Stausee entstand durch die Aufstauung des Flusses Guadiana und bildet heute ein weit verzweigtes Wassersystem mit Buchten, Flussarmen und offenen Seeflächen. Der zentrale und für Hausboote wichtigste Teil ist der Grande Lago, der sich südlich des Staudamms bei Alqueva erstreckt und mehrere Nebenarme einschließt, etwa Richtung Amieira, Monsaraz und Mourão.
Anders als auf Flusskanälen in Mitteleuropa gibt es hier keine engen, klar abgegrenzten Fahrrinnen. Stattdessen navigiert man über offenes Wasser, das an manchen Stellen mehrere Kilometer breit ist. Das bedeutet:
- Größere Sichtdistanzen, aber auch mehr Windexposition, besonders am Nachmittag.
- Wenig Strömung im Vergleich zu einem freien Fluss, da der Stausee reguliert wird.
- Uferlinien mit stark wechselnder Wassertiefe, abhängig vom Pegelstand.
- Naturschutzzonen und Sperrgebiete in bestimmten Buchten, die mit Bojen oder Beschilderung markiert sind.
Der Fahrcharakter erinnert eher an einen großen See oder ein Küstenrevier als an einen Kanal. Wer ein Hausboot Grande Lago (Alqueva) chartert, sollte deshalb Grundkenntnisse in Kartennavigation und Wetterbeobachtung mitbringen, auch wenn kein spezieller Führerschein verlangt wird.